Geschichte der Schlosszunft

Die Geschichte, die sich Mitte des 18.Jahrhunderts im Schloss Hohentübingen zugetragen hatte, bietet unserem Verein die Grundlage zur Erweckung der drei Figuren:

  • den Messner
  • sei Fraa
  • Fledermäuse

Erzählt wird die Geschichte von einem Mann, der zu dieser Zeit im Schlosstor mit den Wirtsleuten lebte:

 

,,Ich sehe es noch deutlich vor mir, als käme ich gerade aus dem Keller. Da stand mein Hauswirt, der Schlossmessner, nur der ´Maa genannt von seiner Frau, mit seinem tropfenden Licht in der einen Hand, mit dem ´Häfele, einem kleinen Krug, in der anderen und besah seine Fäßle. Dann stellte er das Licht auf die Stufen der Treppe, klopfte mit gekrümmten Zeigefinger an die Fäßle, um durch den Klan festzustellen, wieviel noch drin sei, und zapfte dann ruhig und bedächtig eins an, indem er das Häfele unter die Öffnung des Spundes hielt. Dabei bäumte sich sein langer grauer Bart auf seinem Rock, wenn er den Kopf etwas vorbeugte, und er sah aus wie ein Wesen aus einem Märchen.

Einmal hatten sich zwei Fledermäuse, deren es Tausende im Keller mit seinen vielen Steinritzen gab, in den langen Bart des Maa´s gesetzt, ohne das er´s merkte, und er war so in die ´Kuch zu seiner ´Fraa gekommen. Da war es warm und unruhig, so dass die Fledermäuse plötzlich ihr Versteck verlassen wollten. Das gelang nicht recht, und sie zappelten in dem Bart herum. Als die ´Fraa das sah, hat sie fast Krämpfe bekommen, denn Fledermäuse waren ihr schrecklicher als ein reißender, bengalischer Königstiger. Aber Fledermäuse! Es ist gar nicht auszudenken, wie schrecklich sie sind! Sie setzen sich in die Haare, dass man sie nie wieder herausbringt, sie fallen in die Kochtöpfe, sie verstecken sich und saugen einem nachts das Blut aus! Wer weiß, ob sie einem nicht auch die Augen auskratzen."

 

 

 

 

 

Auszug aus:

Das Schatzkäschtle von Hohentübingen

von Hermann von kaltenborn Stachau (Seite 10-12)

 

 

Original Ansicht des Buches

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aktualisiert am:

15.01.2019

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